{"id":82,"date":"2021-07-04T19:04:22","date_gmt":"2021-07-04T19:04:22","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/?p=82"},"modified":"2021-08-10T15:25:19","modified_gmt":"2021-08-10T15:25:19","slug":"42-thesen-fuer-einen-3-arbeitsmarkt-fuer-freiheit-und-befaehigung-fuer-commons-und-veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/?p=82","title":{"rendered":"42 Thesen f\u00fcr einen 3. Arbeitsmarkt  f\u00fcr Freiheit und Bef\u00e4higung, f\u00fcr Commons und Ver\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\">Eine <span lang=\"en-US\">work-fiction:<\/span><span lang=\"de-DE\"> \u201cWenn es einen Realit\u00e4tssinn gibt, dann braucht es auch ein M\u00f6glichkeitssinn.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">In Erg\u00e4nzung des Manifests der Zukunft der Arbeit der \u00fcber 3000 SozialwissenschaftlerInnen<br \/>\n\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Demokratisieren, dekommodifizieren, nachhaltig gestalten\u201c.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Starke Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt gab es auch schon vor der Pandemie. Digitalisierung muss erst noch gestaltet werden, damit sie nicht einfach \u00fcber uns kommt. Die digitale Aufkl\u00e4rung hat noch nicht die Breite der User und Looser erreicht.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Klimawandel erfordert neue Paradigmen in Politik und \u00d6konomie. Noch schwieriger, aber vielleicht noch wichtiger ist die Beendigung des massenhaften Artensterben. Auch das erfordert eine ganz andere Haltung gegen\u00fcber unserer nat\u00fcrlichen Umwelt, besser Mitwelt.<\/p>\n<p class=\"western\">Extremer Reichtum und extreme Armut wie auch andere soziale Spaltungen sind gesellschaftlich nicht auf Dauer zu halten. Im \u00dcberfluss der Dinge gibt es einen Mangel in vielen anderen Bereichen. In der Vergangenheit haben multiple Krisen die Extreme in die Politik gesp\u00fclt. Gerade in schwierigen Zeiten muss die Demokratie gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Weshalb sollte das System Arbeit so bleiben, wie wir es bisher in Zeiten der materiellen Knappheit kannten?<br \/>\nWas als work-fiction beginnt, k\u00f6nnte sich nach der Bew\u00e4ltigung dieser und der kommenden Krisen sowie der Transformation in eine klima- und umweltgerechte Gesellschaft als Notwendigkeit f\u00fcr eine soziale und innovative Gesellschaft erweisen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<ol>\n<li>\n<p class=\"western\">Ver\u00e4nderung ist m\u00f6glich!<br \/>\nDas ist der 1. Hauptsatz der Systemver\u00e4nderung. Das gilt individuell und gesellschaftlich. Zukunftsdenken ist ein Denken in M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Hartz IV ist dem\u00fctigend, demotivierend und dequalifizierend.<br \/>\nHartz IV ist b\u00fcrokratisch, dysfunktional und deshalb teuer.<br \/>\nHartz IV beruht auf einem negativem Menschenbild und unterstellt Faulheit, weshalb finanzieller und b\u00fcrokratischer Druck aufgebaut wird.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Es braucht eine soziale Absicherung in jedem Alter, die ein Leben in W\u00fcrde und Teilhabe erm\u00f6glicht und zwar deutlich oberhalb der bisherigen Hartz IV-S\u00e4tze.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Bull-shit-Jobs sollten zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden. Dazu braucht es echte Alternativen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Gegen eine Komodifizierung der Arbeit, \u201eManifest zur Zukunft der Arbeit\u201c (Lisa Herzog) weil \u2026. Menschen kein Marktgut sind. (Begriff Arbeitsmarkt vs. Arbeitsm\u00f6glichkeiten)<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Um das Klima zu sch\u00fctzen und die Artenvielfalt zu bewahren, brauchen insbesondere die Menschen in den Industriel\u00e4nder einen anderen Lebensstil. Also mehr Lebensqualit\u00e4t vs. materieller Wohlstand.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Die Industrie ver\u00e4ndert sich und braucht immer weniger Arbeitskr\u00e4fte.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> Ob die Wirtschaft dabei klimaneutral oder die Biodiversit\u00e4t gest\u00e4rkt wird, steht auf einem anderen Blatt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Die Digitalisierung hat Einfluss auf alle Arten von Arbeit. Die Arbeitsproduktivit\u00e4t wird weiter steigen bis hin zu menschenleeren Fabriken mit gravierenden Folgen auf die Lebensentw\u00fcrfe. (Vielleicht ist es auch umgekehrt;-)<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Die Folgen der verschiedenen Transformationen sind noch nicht klar. Es wird Gewinner und Verlierer geben. Deshalb braucht es Gestaltung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Die Berufsprofile ver\u00e4ndern sich und brauchen permanente Bildung und pers\u00f6nliche Entwicklung. Die \u00f6ko-soziale Transformation braucht andere Qualifikationen. solar vs. fossil<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Nach Auszeiten verschiedenster Art, wie z.B. f\u00fcr die Kindererziehung oder zur Pflege Angeh\u00f6rigen, braucht es einen angemessenen Einstieg, bei dem das Lernen nicht zu kurz kommen darf. Ebenso beim Berufswechsel, dem auch noch eine Qualifizierung vorausgeht.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Derzeit konsumieren wir, um Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. (Etwas verk\u00fcrzt, im Prinzip aber richtig), selbst f\u00fcr Tabak und Werbung wird dieses \u201eArgument\u201c genutzt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Es gibt viele Dinge, die besser nicht produziert werden sollten. Ebenso T\u00e4tigkeiten, die w\u00fcrdelos sind und zwingend ver\u00e4ndert oder ganz abschafft werden m\u00fcssen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Viele wichtige Sachen werden nicht getan oder an den Rand gedr\u00e4ngt (sichtbar in der Covidkrise).<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Um gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen zu begleiten, braucht es demokratische Innovationen wie B\u00fcrgerr\u00e4te, b\u00fcrgerschaftliches Engagement, etc.. Dieses Engagement erfordert Zeit.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">In jeder Krise der letzten Jahrzehnte kommt die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen auf. G\u00f6tz Werner, dm; Harald Welzer;<br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"><span lang=\"zxx\"><u><a href=\"https:\/\/www.mein-grundeinkommen.de\/\">https:\/\/www.mein-grundeinkommen.de<\/a><\/u><\/span><\/span>; und nun auch Papst Franziskus in \u201eWage zu tr\u00e4umen\u201c. Ganz neu: die SPD mit einem B\u00fcrgergeld in ihrem Wahlprogramm 2020.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Steffen Mau schlug schon vor Jahren einen Lebenschancenkredit vor. \u00c4hnlich Thomas Piketty, der ein Recht auf Erbschaft vorschl\u00e4gt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Im alten System Arbeit wurde in D\u00e4nemark das Prinzip Flexicuraty recht erfolgreich angewandt. In Deutschland wurde die Securaty kurz gehalten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Wenn Wirtschaft und Gesellschaft sich \u00e4ndern, braucht es neue Arbeitsformen und neue Paradigmen in der \u00d6konomie (Mariana Mazzucato, Elinor Ostrom, Amartya Sen, Franca Parainen, Joscha Wullweber, Gerhard Scherhorn, Manfred Max-Neef, &#8230;)<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Was Maschinen und Algorithmen machen k\u00f6nnen, das sollen sie auch tun. Wir brauchen keine Heizer auf der Diesellok.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Arbeit muss zukunftsf\u00e4hig sein und Menschen zur Zukunft bef\u00e4higen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Wir brauchen eine demokratische und aufgekl\u00e4rte Digitalisierung. Technik ist kein Selbstzweck. Wir m\u00fcssen insbesondere mit der digitalen Technik instrumentell umgehen.<br \/>\nGaia X, Datenallmende, neue strategische Software (Linuxweiterentwicklung u.a. krakenfreie Software); Alternativen zu digitalen Monopolen etc. sind Beispiele f\u00fcr die Breite der Aufgaben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Wahre Preise (vs. Externalisierung) schaffen einen Anreiz f\u00fcr die Notwendigkeit des Umsteuerns und sind ein entscheidendes Element einer neuen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung<\/p>\n<p><u>Diese 23 Gr\u00fcnde sollten ausreichen, um das System Arbeit grundlegend neu zu gestalten.<br \/>\n<\/u><\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Ein <i><b>3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons<\/b><\/i> w\u00e4re <b>ein<\/b> Instrument (L\u00f6sungsweg) f\u00fcr die Transformation des Systems Arbeit. Zugleich w\u00e4re ein Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons ein wichtiger Beitrag zu einem Kulturwandel, der die Ausbeutung von Mensch und Natur begrenzt. Zugleich braucht es eine Verst\u00e4ndigung, was unbedingt bleiben soll.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Der 3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons untersteht nicht der Harzt IV B\u00fcrokratie.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Der 3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons soll subsidi\u00e4r gestaltet werden und \u00fcber<b> negative Einkommenssteuer<\/b> finanziert werden. So k\u00f6nnen Schwellen beseitigt werden, die bei Minijobs und Zuverdienst bei Hartz VI bestehen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Dem 3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons zuzurechnen w\u00e4ren: K\u00fcnstlerInnen (man sieht die gut bezahlten Promis, weniger die prek\u00e4re arbeitende Mehrheit), prek\u00e4re Soloselbst\u00e4ndige, Aufbaustudien in jedem Alter, \u00dcbergang vom Studium in den Beruf, Care-Arbeit, zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung in Alten- und Pflegeheimen, sowie T\u00e4tigkeiten, die fr\u00fcher Zivis gemacht haben, und <b>viel mehr<\/b>. Social Entrepreneure und Start ups finden hier in der Fr\u00fchphase die Finanzierung ihres Lebensunterhalts. Frauen d\u00fcrften von diesem Ansatz bessergestellt werden, weil ein Gro\u00dfteil der Care-Arbeit von ihnen geleistet wird.<br \/>\nEbenfalls wird ein qualifizierender Wiedereinstieg in den 1. Arbeitsmarkt erleichtert.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Kein Crowding out!<br \/>\nStaat und Unternehmen d\u00fcrfen nicht aus der Verantwortung entlassen werden!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Der 3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons <u>schafft M\u00f6glichkeiten<\/u> zur Bildung, schlie\u00dflich ist lebenslanges Lernen zum arbeitsmarktpolitischen Imperativ geworden. Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung muss dabei integraler Bestandteil sein!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Der 3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons erm\u00f6glicht den Besch\u00e4ftigten mit w\u00fcrdelosen Bull-shit-Jobs, aus diesen auszusteigen. Er ist auch offen f\u00fcr Migranten, auch wenn sie noch keine Arbeitserlaubnis haben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Arbeit kann befriedigend und kreativ, sie kann aber auch zerst\u00f6rend sein. Mu\u00dfe, Gemeinschaft und Engagement f\u00fcr das, was einem wichtig ist, d\u00fcrfen nicht zu kurz kommen. Das benediktinische \u201eOra et labora\u201c hat zu keiner Zeit zu Armut gef\u00fchrt und w\u00e4re eine Ansage f\u00fcr unser Zeit.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Er erm\u00f6glicht Aussteigern, Whistleblowern, Politikern und anderen, die in ihrem bisherigen Wirkungsbereich persona non grata sind, weil sie im bisherige Arbeitsumfeld nicht bleiben konnten. Diese Menschen k\u00f6nnten auf \u00e4hnlichem Qualifikationsniveau etwas Neues machen.<br \/>\nDas erleichtert einerseits die Aufdeckung von Missst\u00e4nden, andererseits k\u00f6nnen daraus ganz neue soziale Innovationen entstehen. So manch katholischer Priester, f\u00fcr den der Z\u00f6libat nicht mehr lebbar ist, m\u00fcsste nicht mehr in einen beruflichen Totalabsturz bef\u00fcrchten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Der 3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons ist nicht an der 40-Stunden-Woche ausgerichtet, sondern an dem Ziel des Commonsjob. Deshalb gibt es auch keine festen Fristen. Die Pflege der Eltern ist nicht in das gleiche Korsett wie eine zus\u00e4tzliche Berufsausbildung zu stecken.<br \/>\nAu\u00dferdem stellt sich die Frage, welche Arbeit \u00fcberhaupt sich ad\u00e4quat in Zeit messen l\u00e4sst. Schlie\u00dflich ist auch nicht jede Stunde gleich produktiv.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">John Maynard Keynes sch\u00e4tzte 1930, dass seine Ur-ur-Enkel nur noch 20h in der Woche arbeiten m\u00fcssten. Die technische Entwicklung hat es tats\u00e4chlich gegeben und sie beschleunigt sich weiterhin.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Er ist Teil des Sozialversicherungssystem. Die Monatseink\u00fcnfte liegen deutlich \u00fcber Hartz IV-S\u00e4tzen, aber auch unter den Markteinkommen des 1. Arbeitsmarktes f\u00fcr die jeweilige Qualifikation. Damit d\u00fcrften die Einkommen im 1. Arbeitsmarkt steigen, siehe Punkt 40.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><b>Finanzierung<\/b>: die Entlastungen der Arbeitsagenturen und im Hartz VI Bereich d\u00fcrften enorm sein. Ebenfalls d\u00fcrfte mittel- und langfristig das Gesundheitssystem entlastet werden, weil es weniger psychische Erkrankungen und Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems g\u00e4be<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> und weil es einen rechtzeitigen Ausstieg aus destruktiven Arbeitsverh\u00e4ltnissen gibt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Beim Stellenabbau sollten Unternehmen die Arbeitszeit reduzieren und in der Differenz zur Vollarbeitszeit bekommen die MA Beratung und Zeit f\u00fcr die eigene Entwicklung und neue Perspektiven. Daf\u00fcr kann der 3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons genutzt werden<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a>.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Der 3. Arbeitsmarkt f\u00fcr Commons ver\u00e4ndert die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse auf dem 1. Arbeitsmarkt. Die Arbeitnehmer w\u00fcrden gest\u00e4rkt im Sinne des \u201eManifests der Zukunft der Arbeit\u201c. Davon w\u00fcrden sowohl Unternehmen wie auch Arbeitnehmer profitieren, weil Motivation und Kreativit\u00e4t enorm steigen w\u00fcrden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Dann sind die Arbeitgeber, jene die arbeiten und daf\u00fcr bezahlt werden. <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Arbeitnehmer<\/span><\/span><\/span> sind dann jene, die etwas bekommen, n\u00e4mlich Arbeit und daf\u00fcr bezahlen. Wenn ich ein Buch kaufe, gebe ich \u00fcber den Buchhandel der Autorin das Geld f\u00fcr Ihre Arbeit. Ein solcher Sprachwechsel w\u00fcrde noch einmal Klarheit schaffen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Das neue System Arbeit w\u00e4re viel flexibler und kreativer, ohne dabei unsozial zu sein.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Im neuen System Arbeit werden Dinge getan, die es <u>wirklich braucht<\/u>. Es zwingt die Menschen nicht, Dinge zu produzieren, die es nicht braucht. Wir m\u00fcssten uns kein Auto kaufen, um die Arbeitspl\u00e4tze in der Automobilindustrie zu retten.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> Es m\u00fcssten auch keine Unternehmen gerettet werden, die keine Zukunft haben, weil f\u00fcr die Arbeitnehmer bessere Alternativen bereitstehen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein Feedbackgeber w\u00fcnschte sich einen k\u00fcrzeren Text. Hier ist er:<br \/>\n\u201eWir brauchen einen \u00f6ko-sozialen Arbeitsmarkt.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Die vier Seiten sind aber viel phantastischer und viel realistischer und menschlicher als die Silicon-Valley-Ideologien.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"western\">Weitere Antworten auf Feedbacks:<\/p>\n<p class=\"western\">Wie wirkt sich dieses neue System der Arbeit <b>volkswirtschaftlich <\/b>aus?<br \/>\nWachstum oder Schrumpfung geht an der zentralen Frage vorbei, weil es an die bisherige volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (BIP) ansetzt, dagegen braucht es eine neue vwl. Bilanzierung. Ein Anfang macht der HDI, siehe Amartya Sen und andere.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a> Allerdings w\u00e4re es auch gut denkbar, dass der dritte Arbeitsmarkt eine weitere wirtschaftliche Revolution durch soziale Innovationen erzeugt.<br \/>\nWeiterhin geht es um <b>Freiheit und Bef\u00e4higung, um Gemeing\u00fcter und Ver\u00e4nderung<\/b>. Schon allein das sind Ziele, welche nicht aus der \u00d6konomie herzuleiten sind. Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen. Jegliches Denken muss mit den planetaren Grenzen auseinandersetzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Um Systeme zu ver\u00e4ndern, muss \u00fcberlegt werden, welche Auswirkungen die Ver\u00e4nderung an einer bestimmten Stelle auf das Gesamtsystem hat. Hier geht es um eine Alternative zu Hartz IV und diese k\u00f6nnte ein stille Revolution einleiten.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie l\u00e4sst es sich <b>umsetzen und politisch <\/b>kommunizieren. Einfach mal mit einem Modellprojekt beginnen, die gibt es zuhauf. Beim BGE gibt es diese Projekte auch und es gibt auch ein Social Entrepreneur (SE) in der Schweiz, welcher dem Sozialamt einzelne \u201eF\u00e4lle\u201c abnimmt, diese Menschen intensiv begleitet und ber\u00e4t und in den Arbeitsmarkt bringt. Das Sozialamt zahlt dem SE den Betrag, welcher ohnehin f\u00fcr die Person anfallen w\u00fcrde. Dieses Beispiel ist jedoch noch sehr dem alten System Arbeit verhaftet.<\/p>\n<p class=\"western\">Nat\u00fcrlich w\u00e4ren auch mehr oder weniger Punkte als 42 m\u00f6glich und manche k\u00f6nnten auch zusammengefasst und oder ausdifferenziert werden. Aber hier geht es um die Frage nach dem Sinn des Lebens und wer diese an wen stellt. \ud83d\ude09<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a> Auch wenn von vielen Seiten L\u00f6sungen aller Art angeboten werden, ist eine gute Frage nicht mit einer schnellen Antwort zu verderben.<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><span style=\"font-size: small;\">Vgl. Andreas Nowy, Richard B\u00e4rnthaler, Veronika Heimerl, Zukunftsf\u00e4higes Wirtschaften, Weinheim \u2013 Beltz Juventa, 2020<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a><span style=\"font-size: small;\">Vgl. Ortwin Renn, Das Risikoparadox. Warum wir uns vor dem Falschen f\u00fcrchten, S.Fischer \u2013 Frankfurt, 2014.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a><span style=\"font-size: small;\">Dieser These steht die immer wieder auftauchende Warnruf zum Fachkr\u00e4ftemangel gerade im demographischen Wandel gegen\u00fcber. Verbunden wird der Warnruf mit der Forderung nach der Verl\u00e4ngerung des Arbeitslebens. Doch Fachkr\u00e4ftemangel kommt vor allem aus mangelnder Aus- und Fortbildung.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a><span style=\"color: #000080;\"><span lang=\"zxx\"><u><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/themen\/33\/krankheit-und-beruf\/\"><span style=\"font-size: small;\">https:\/\/de.statista.com\/themen\/33\/krankheit-und-beruf\/<\/span><\/a><\/u><\/span><\/span><span style=\"font-size: small;\"> 354 Mrd Euro j\u00e4hrlich; Pr\u00e4sentismus kosten den Unternehmen 2.399 \u20ac pro Mitarbeiter\/Jahr; Absentismus 1.199 \u20ac pro Mitarbeiter\/Jahr<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a><span style=\"font-size: small;\">Diese Unternehmen zahlen in den 3. Arbeitsmarkt ein, ohne Schm\u00e4lerung der Abfindungen. Vgl. Frithjof Bergmann, Neue Arbeit \u2013 Neue Kultur, arbor \u2013 Freiburg im Breisgau <\/span><sup><span style=\"font-size: small;\">6<\/span><\/sup><span style=\"font-size: small;\">2017.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"western\" align=\"left\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a><span style=\"font-size: small;\">Um Mobilit\u00e4t zu verbessern und zugleich Lebensqualit\u00e4t gerade in Ballungsr\u00e4umen zu steigern, braucht es einen qualitativen Ausbau des \u00f6ffentlichen Verkehre, ein g\u00fcnstiges Carsharing und eine Reduzierung der PKWs auf ein Drittel. Das Angebot orientiert sich an den sozial-\u00f6kologischen Kosten. \u00d6PNV w\u00e4re sehr g\u00fcnstig, Carsharing gut bezahlbar, private PKW-Nutzung tr\u00e4gt die vollen Kosten. Im st\u00e4dtischen Raum g\u00e4be es dadurch Platz f\u00fcr Radwege, B\u00e4ume und Gr\u00fcnanlagen sowie f\u00fcr Kultur.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a><span style=\"font-size: small;\">Aus der 20. These von Helge Peukert<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p class=\"western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> <span style=\"font-size: small;\">Wachstum wurde mit Wohlstand gleichgesetzt und damit als Grundlage des sozialen Ausgleichs gesehen. Schon der Erfinder der modernen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Simon Kuznets verwies darauf, das BIP (worauf sich das Wachstum bezieht) nicht zu ernst und unverr\u00fcckbar zu nehmen. Es ist in vielerlei Hinsicht eine sehr l\u00fcckenhafte \u00f6konomische Messgr\u00f6\u00dfe. Aber es ist noch nicht einmal eine verl\u00e4ssliche Messgr\u00f6\u00dfe f\u00fcr Wohlstand. Der indische Nobelpreistr\u00e4ger Amartya Sen und sein pakistanischer Kollege Mahbub ul Haq entwickelten 1990 den HDI (Human Development Index), der auch <\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>Bildung und Gesundheit\/Lebenserwartung <\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\">ber\u00fccksichtigt. Eine weitere \u00f6konomische Kennzahl ist der Gini-Koeffizent, der die <\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>Einkommensverteilung <\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\">angibt. Zuletzt verwiesen Wirtschaftsnobelpreistr\u00e4ger des Jahres 2019 Esther Duflo und Abhijit Banerjee mit Blick auf Indien und China auf die Gefahr sich ausschlie\u00dflich auf Wirtschaftswachstum zu konzentrieren.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: small;\">Aber selbst dann fehlen noch Einflussfaktoren, die zur Wohlstandsmessung notwendig w\u00e4ren, f\u00fcr die es aber (noch) keine \u00f6konomischen Kennzahlen gibt. Zun\u00e4chst gilt es die Leistung von Frauen wirtschaftlich angemessen zu ber\u00fccksichtigen und die Rolle von Frauen zu st\u00e4rken. Der <\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>soziale Zusammenhalt <\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\">ist auch entscheidend f\u00fcr das Wohlergehen. Und rechnet man wie auch immer all diese Kennzahlen zusammen, dann bleibt noch der <\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>\u00f6kologische Fu\u00dfabdruck, <\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\">der unter den Bruchstrich gesetzt werden muss. Denn die Lebensgrundlagen, die wir durch die dominierende Wirtschaftsweise zerst\u00f6ren, m\u00fcsste doch in die Bilanzierung mit eingehen. Der \u00f6konomische Begriff, all diese Fragen auszublenden, was besonders f\u00fcr fossile Wirtschafts- und Wachstumsmodelle gilt, lautet \u201e<\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>Externalisierung<\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\">\u201c. Das bisherige und zu ver\u00e4ndernde Wirtschaftsmodell ist also als fossil und externalisierend zu bezeichnen.<br \/>\nSp\u00e4testens hier zeigt sich, dass work-fiction eine sozial-\u00f6kologische Notwendigkeit ist.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a><\/p>\n<p class=\"sdfootnote-western\"><span style=\"font-size: small;\">Es ist doch erstaunlich, dass es wieder Menschen gibt, die Douglas Adams \u201ePer Anhalter durch die Galaxis\u201c nicht kennen, was nur die Wichtigkeit von Allgemeinbildung zeigt. Lesen bildet und hilft \u00fcber allzu eingefahrenes Denken hinaus zu gehen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine work-fiction: \u201cWenn es einen Realit\u00e4tssinn gibt, dann braucht es auch ein M\u00f6glichkeitssinn.\u201c In Erg\u00e4nzung des Manifests der Zukunft der Arbeit der \u00fcber 3000 SozialwissenschaftlerInnen \u201eDemokratisieren, dekommodifizieren, nachhaltig gestalten\u201c. Starke Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt gab es auch schon vor der Pandemie. Digitalisierung muss erst noch gestaltet werden, damit sie nicht einfach \u00fcber uns kommt. Die\u2026 <span class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/?p=82\">Read More &raquo;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":84,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[19,22,21,20],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=82"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":95,"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/82\/revisions\/95"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/84"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=82"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=82"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=82"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}