{"id":103,"date":"2026-07-11T14:51:18","date_gmt":"2026-07-11T14:51:18","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/?p=103"},"modified":"2026-07-12T18:36:53","modified_gmt":"2026-07-12T18:36:53","slug":"biodiversitaet-ist-systemrelevant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/?p=103","title":{"rendered":"Biodiversit\u00e4t ist systemrelevant!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Wildblumen_Pixabay.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"593\" src=\"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Wildblumen_Pixabay-1024x593.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-104\" srcset=\"https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Wildblumen_Pixabay-1024x593.jpg 1024w, https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Wildblumen_Pixabay-300x174.jpg 300w, https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Wildblumen_Pixabay-768x444.jpg 768w, https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Wildblumen_Pixabay-1536x889.jpg 1536w, https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Wildblumen_Pixabay-660x382.jpg 660w, https:\/\/wirtschaft-ethik-zukunft.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Wildblumen_Pixabay.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9pixabay<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Wie lassen sich \u00d6kosysteme <\/em><em>wie<\/em><em> <\/em><em>Streuobstwiesen oder W\u00e4lder <\/em><em>wirkungsvoll sch\u00fctzen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen Biodiversit\u00e4t=\u00d6kosysteme sch\u00fctzen, weil es um unsere Lebensgrundlagen geht und damit auch um die Grundlagen unseres Wirtschaftens!<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge nutze ich den Begriff \u201e\u00d6kosystem\u201c, da jede Art in einem lebendigen Austauschzusammenhang steht. Zusammen erzeugen sie Leistungen, die von der Natur besser und f\u00fcr uns kostenlos hergestellt werden, als sie technisch hergestellt werden k\u00f6nnten:<br>&#8211; saubere Luft;<br>&#8211; Grundwasser, Regulierung des Wasserhaushaltes;<br>&#8211; Best\u00e4ubung<br>&#8211; Humusb\u00f6den mit hoher Speicherf\u00e4higkeit f\u00fcr Wasser, aber auch klimarelevante Gase<br>&#8211; Schutz vor Extremwetter (Hochwasser\u2192 Auwald; Schutzw\u00e4lder an Bergh\u00e4ngen; Seegraswiesen in der Ostsee etc.)<br>&#8211; K\u00fcstenschutz in den w\u00e4rmeren Regionen mit Mangroven<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auflistung lie\u00dfe sich noch fortf\u00fchren, aber allein die genannten \u201eBiodiversit\u00e4tsdienstleistungen\u201c d\u00fcrften h\u00f6her sein als die Wertsch\u00f6pfung, gemessen am BIP.<\/p>\n\n\n\n<p>Monokulturen (Fichtenw\u00e4lder, Mais- und Rapsfelder\/-latifundien) und Massentierhaltung von Gefl\u00fcgel, Schweinen und Rindern schaffen mehr Probleme und Risiken als Nutzen (s. T\u00f6nnies &#8211; Schlachtfabriken, deren Arbeitsbedingungen in den Fleischfabriken erst in der Coronapandemie \u00f6ffentlich wurden). <br>Politisch wird die Fleischproduktion gef\u00f6rdert und die damit zusammenh\u00e4ngenden gesundheitlichen Risiken werden ignoriert. Billig kommt uns oft teuer zu stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider hat ein trockener Hitzesommer mehr \u00dcberzeugungskraft als die jahrelangen Forschungen verschiedener Wissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u00d6kosystemdienstleistungen werden jedoch weder in den g\u00e4ngigen \u00f6konomischen Modellen ber\u00fccksichtigt noch erhalten sie die n\u00f6tige politische Aufmerksamkeit. Die bestehenden Wirtschaftssysteme tendieren deshalb dazu, diese \u201eexternen\u201c Vorleistungen zu ignorieren oder als \u201eExternalit\u00e4ten\u201c zu verharmlosen.<br>Dazu gibt es einen nationalen Wiederherstellungsplan: <a href=\"https:\/\/www.bfn.de\/nationaler-wiederherstellungsplan\">https:\/\/www.bfn.de\/nationaler-wiederherstellungsplan<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der deutsche Bauernverband (DBV) fordert Korrekturen an der Wiederherstellungsverordnung. Im Gespr\u00e4ch mit Stefanie Sabet (DBV) wird die Betonung auf Eigentum gelegt!!! <br>Art:14,2 GG verpflichtet dagegen Eigentum zum Wohle der Allgemeinheit zu nutzen; in Art.15 GG wird auch die Vergesellschaftung, die Umwandlung in Gemeineigentum in Betracht gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt verschiedene Argumentationslinien um Biodiversit\u00e4t zu sch\u00fctzen:<\/p>\n\n\n\n<p>1) Die Studie der Sachverst\u00e4ndigengruppe \u201eWeltwirtschaft und Sozialethik (23) \u201e<strong>Ern\u00e4hrungssicherheit, Klimaschutz und Biodiversit\u00e4t<\/strong>: Ethische Perspektiven f\u00fcr die globale Landnutzung&#8220; erw\u00e4hnt auch die Sozialpflichtigkeit des Eigentums (S.41) und f\u00fchrt den Begriff der \u201eGemeinwohl-Effizienz&#8220; ein.<\/p>\n\n\n\n<p>2) Einen Juristischen Ansatz verfolgt Jens Kersten mit \u201eDas \u00f6kologische Grundgesetz\u201c. In Art 20a GG ist der Schutz der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen enthalten. Es ist also dem Grundgesetz nicht fremd, die \u00f6kologische Dimension neu zufassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u201eEine alte Ordnung\u201c \u2013 so Mathias Greffrath &#8211; \u201el\u00f6st sich auf, und eine neue hat noch keine Konturen.\u201c Auf der Suche nach dieser neuen Ordnung m\u00fcssen wir auch neu ansetzen: Wir brauchen ein \u00f6kologisches Grundgesetz, das die \u00f6kologische Transformation der Bundesrepublik verfassungsrechtlich begleitet (S.7 im Vorwort).<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem argumentiert J. Kersten, dass der Schutz der Natur in der bestimmenden Sprache der Gesellschaft und den allgemein akzeptierten Normen verfasst werden muss, um wirksam zu sein. Deshalb brauchen wir ein \u00f6kologisches Grundgesetz.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Ganz anders ist der kulturelle Ansatz indigener Kulturen (buen vivir in Bolivien); auch \u201eLaudato Si\u201c von Papst Franziskus bewegt sich auf diesem Pfad.<\/p>\n\n\n\n<p>4) Wenn der hohe Wert der Biodiversit\u00e4tsdienstleistungen betont wird, spricht viel f\u00fcr eine finanzielle Inwertsetzung und w\u00e4re unter anderem \u00fcber die EU-Agrarpolitik umzusetzen (\u00f6ffentliches Geld f\u00fcr \u00f6ffentlichen Nutzen, s. Gemeinwohleffizienz). Dieser Ansatz entspricht dem gegenw\u00e4rtigen \u00f6konomischen Denken. Jedoch sehen wir, dass die Politik die Wissenschaft weniger sch\u00e4tzt als die Meinung der Lobbyverb\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p>5) Um die Dominanz des \u00f6konomischen Denkens einzuhegen, bedarf es der Einsicht in das Eingebettetsein jeglichen \u00f6konomischen Handelns. Wissenschaftlich w\u00e4re dies als Transdisziplinarit\u00e4t zu sehen: <a href=\"https:\/\/nature-economy.com\/map\/\">https:\/\/nature-economy.com\/map\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>6) Einen transdisziplin\u00e4r, pragmatischen Ansatz, der alle relevanten Akteure einbezieht, verfolgt die Frankfurter Erkl\u00e4rung: https:\/\/frankfurter-erklaerung.eu<\/p>\n\n\n\n<p>Was meinen Sie, wie kann Artenschutz und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Biodiversit\u00e4t und \u00d6kosysteme am besten gest\u00e4rkt werden? Wie kann naturpositives Wirtschaften zum Standard werden?<br>Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht hilft es eingefleischten Marktwirtschaftlern, sich bewusst zu machen, das jedes Unternehmen und jede Organisation selbst in einem sozialen \u00d6kosystem eingebunden ist.<br><br>Merken Sie sich bitte den Termin Fr. 13. November 18:00 Uhr mit der Veranstaltung \u201eEU-Agrarpolitik und Biodiversit\u00e4t\u201c vor.<br>Mit: Prof. Klement Tockner, Generaldirektor des Senckenberg-Instituts, Frankfurt und<br>Martin H\u00e4usling, MdEP<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie lassen sich \u00d6kosysteme wie Streuobstwiesen oder W\u00e4lder wirkungsvoll sch\u00fctzen? Wir m\u00fcssen Biodiversit\u00e4t=\u00d6kosysteme sch\u00fctzen, weil es um unsere Lebensgrundlagen geht und damit auch um die Grundlagen unseres Wirtschaftens! In der Folge nutze ich den Begriff \u201e\u00d6kosystem\u201c, da jede Art in einem lebendigen Austauschzusammenhang steht. 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